Die hormonelle Stimulierung

Meine hormonelle Stimulierung konnte endlich begonnen werden, dies sollte zwischen Tag 1 und 4 des Zyklus passieren. Ich fing am Tag 3 an, als die Ultraschall-kontrolle zeigte, dass die Zyste im Eierstock verschwunden war.

Typen der hormonellen Stimulierung

Es existieren 2 Typen von ovarieller hormoneller Stimulierung und die unterscheiden sich durch die Dauer und die verwendeten Medikamente.

  • Das lange Protokoll: Fängt in der Regel zwischen Tag 20 und 21 des Zyklus an, mit der sogenannten „Down Regulation“. D.h. die Funktion der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) wird gehemmt, damit in dem nächsten Zyklus kein Eisprung stattfindet. Dies mittels der Gabe eines Medikaments als Spray durch die Nase oder als einmalige Spritze. Dann konnte die tägliche Gabe von FSH (Follikelstimulierendes Hormon) oder hMG (humanes Menopausengonadotropin) in Form von Spritzen ab dem Tag 2 oder 3 des nächsten Zyklus angefangen werden. Nach 9 – 12 Tagen haben die Follikel die geignete Größe zwischen 18 und 20 mm im Durchmesser und die Punktion derselben kann durchgeführt werden.
  • Das Antagonisten – Protokoll: auch “kurzes Protokoll” genannt, fängt zwischen Tag 2 und 4 des Zyklus an, mit dem täglichen Spritzen von FSH oder hMG. In einem bestimmten Moment der Therapie, mittels eines zweiten Medikaments (das Antagonist), wird ein vorzeitiger Eisprung verhindert. Dieses Protokoll kann durchschnittlich 10 Tage dauern.

Die Hirnanhangdrüse befindet sich in dem unteren Teil des Gehirns, diese Drüse reguliert meherere hormonelle Funktionen des Körpers. Das FSH erregt die Follikel, wo sich die Eizellen entwickeln. Das hMG startet und steuert die Bildung von Geschlechtszellen (Gameten = Ei- und Samenzelle) und steuert auch die Bildung von Follikeln.

Meine hormonelle Stimulierung

Es wurde bei mir “das kurze Protokoll” indiziert und dies konnte am 3. Zyklustag mit der täglichen subkutanen Verabreichung (unter der Haut) von FSH begonnen werden. Die Dosierung, die ich bekam, war höher als die, die normalerweise verschrieben wird, da meine Eierreserve niedrieger als der des Durchschnitts war.

Das FSH kannst du dir jeder Zeit des Tages verabreichen, wichtig ist, dass das ungefähr in dem gleichen Zeitfenster passiert. Damit ein stabiler Blutspiegel gebildet wird.

Die Kontrollen

Die erste Kontrolle war am 5. Tag der hormonellen Stimulierung mittels eines Ultraschalls, meine Eierstöcke reagierten aber nicht genug. Deshalb wurde die bereits höhere Dosierung des FSH weiter erhöht. Ich sollte mir dann das Antagonist (Gonadotropin – Releasing – Hormon – Antagonist) ab dem 7. Tag der Therapie verabreichen.

Der Antagonist soll vormittags und zu einer bestimmten Zeit verabreicht werden.

Die zweite Kontrolle, auch wieder mittels eines Ultraschalls, am 9. Tag der hormonellen Stimulierung zeigte, dass meine Eierstöcke sehr gut reagierten. Die FSH – Dosierung blieb wie bisher.

Die dritte Kontrolle war am Tag 11 der hormonellen Stimulierung, wieder mittels Ultraschall. Hier wurde entschieden, dass das FSH bis zum 12. Tag und der Antagonist bis zum 13. Tag verabreicht werden sollten. Am 13. Tag um 20 Uhr sollte ich mir eine Spritze mit dem Hormon, welches einen Eisprung unterstüzt (das r-hCG), verabreichen. Der 14. Tag war frei von Medikamenten und die Punktion wurde für den 15. Tag geplant! Ich konnte es nicht glauben, der Embryotransfer näherte sich!

 Es ist wichtig, sich das r-hCG oder rekombinantes humanes Choriongonadotropin am indizierten Tag und um die genaue Uhrzeit zu spritzen. Alles ist kontrolliert, um die geplante Follikelpunktion durchführen zu können.

Nebenwirkungen der mir verschriebenen Hormone

Die folgenden Nebenwirkungen sind beschrieben:

Das follikelstimulierende Hormon (FSH)

Schwerwiegend:

  • Unterleibsschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen können Zeichen eines ovariellen Überstimulationssyndroms (OHSS) sein. Dies kann ein Anzeichen dafür sein, dass die Eierstöcke auf die Behandlung überreagieren und sich große Ovarialzysten bilden. Dies tritt häufig auf (kann bei bis zu 1 von 10 Behandelten auftreten).
  •  Das OHSS kann einen schweren Verlauf nehmen, wobei es zu deutlich vergrößerten Ovarien, verminderter Urinproduktion, Gewichtszunahme, Atemproblemen und/oder Flüssigkeitsansammlung im Bauch- oder Brustraum kommt. Dies tritt gelegentlich auf (kann bei bis zu 1 von 100 Behandelten auftreten).
  • In seltenen Fällen können beim OHSS Komplikationen wie eine Verdrehung der Eierstöcke oder Blutgerinnsel auftreten (kann bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten auftreten).
  • In sehr seltenen Fällen können schwerwiegende Gerinnungsstörungen (thromboembolische Ereignisse) manchmal auch unabhängig von einem OHSS auftreten (kann bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten auftreten) und Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, Schlaganfall oder Herzinfarkt verursachen.
  • Allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Hautrötung, Nesselausschlag, Schwellungen im Gesicht und Atembeschwerden können manchmal schwerwiegend sein. Diese Nebenwirkung tritt sehr selten auf (kann bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten auftreten).

Andere:

  • Sehr häufig (kann bei mehr als 1 von 10 Behandelten auftreten): mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Eierstockgewebe (Eierstockzysten), Kopfschmerzen, lokale Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerz, Rötung, Bluterguss, Schwellung und / oder Reizung.
  • Für mehr Information Packungsbeilage sorgfältig durchlesen.

Das Gonadotropin – Releasing – Hormon – Antagonist:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Frauen betreffen):

  • Örtliche Hautreaktionen an der Injektionsstelle (vorwiegend Rötung mit oder ohne Schwellung).

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Frauen betreffen)

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Krankheitsgefühl.

Für mehr Informationen Packungsbeilage sorgfältig durchlesen.

Hormonelle Stimulierung
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Das rekombinante humane Choriongonadotropin (r-hCG)

Schwerwiegende Reaktionen, die möglicherweise eine Notfallbehandlung benötigen:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen (allergische Reaktionen) wie ein schneller oder unregelmäßiger Puls bzw. Herzschlag, Anschwellen von Zunge und Rachen, Niesen, pfeifende Atemgeräusche (Giemen) oder starke Atemprobleme sind sehr selten (kann bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten auftreten).
  • Unterleibsschmerzen zusammen mit Übelkeit oder Erbrechen können Anzeichen eines ovariellen Überstimulationssyndroms (OHSS) sein. Diese Nebenwirkung ist häufig (kann bei bis zu 1 von 10 Behandelten auftreten).
  • Das OHSS kann schwerwiegend werden und äußert sich dann in folgenden Beschwerden: eindeutig vergrößerte Eierstöcke, verminderte Harnproduktion, Gewichtszunahme, Atembeschwerden und möglicherweise Flüssigkeitsansammlungen im Bauch oder Brustraum. Dies tritt gelegentlich auf (kann bei bis zu 1 von 100 Behandelten auftreten).
  • Schwerwiegende Blutgerinnungsstörungen (thromboembolische Ereignisse), manchmal unabhängig vom OHSS, können sehr selten auftreten. Sie können Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt verursachen.

Für mehr Information Packungsbeilage sorgfältig durchlessen.

Zusammenfassung meiner hormonellen Stimulierung:

  • Nebenwirkungen: Keine schwerwiegend.
  • Allergische Reaktionen: Leicht, mit dem Antagonist. Leichte Rötung, Schwellung und Jucken in der Stelle des Spritzens (die beschriebene häufigste Nebenwirkung). Die Beschwerden waren nach 20 – 30 Minuten wieder weg.
  • Die Verabreichung der Medikamente: sehr einfach. Das FSH wird mit einem „Pen“ verabreicht, beim Drehen des Dosierknopfs kann man die Dosierung einstellen. Die anderen Medikamente kommen in kleinen fertigen Spritzen, siehe Foto oben. Der Trick ist, schnell die Nadel in die Haut zu setzen (mit einem Winkel von 45º – 90º) und auch sie schnell wieder aus zu ziehen, so hat man keine Schmerzen.
  • Die Therapiedauer: Vergeht sehr schnell, schneller wenn du weiter arbeitstätig bist.

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