Die In Vitro Fertilisation einfach erklärt

Wie im letzten Post bereits angedeutet, wird bei der In Vitro Fertilisation (IVF) im Labor die Befruchtung eines Oozyts / einer Eizelle (die weibliche Keimzelle) mit einem Spermatozyt / einer Samenzelle (die männliche Keimzelle) versucht. Die befruchteten Zellen werden dann in die Gebärmutter eingebracht. Dies kann klassisch im Labor (die Samenzelle befruchtet selbständig die Eizelle) oder mittels intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI, wobei die Samenzelle in die Eizelle injiziert wird) geschehen.

In Deutschland und in Spanien ist der Embryonentransfer gesetzlich reguliert, maximal dürfen 3 Embryonen pro Versuch transferiert werden. Je mehr Embryonen transferiert werden, desto erhöhter ist das Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft.

Du wirst mit deinem behandelnden Arzt / deiner behandelnden Ärztin die Zahl der transferierten Embryonen festlegen, dies wird schriftlich dokumentiert.

Wie läuft eine In Vitro Fertilisation ab?

Nach den körperlichen, laborchemischen und Ultraschall –  Untersuchungen kann die Therapie beginnen. Der Ablauf:

1.      Die Eierstöcke werden stimuliert:

Dir werden Spritzen mit Hormonen verschrieben. Diese kannst du dir selbst verabreichen (das Spritzen ist sehr einfach und schmerzfrei). Diese Förderung der Eizellreifung (Stimulation) ermöglicht, dass mehr als eine Eizelle pro Zyklus entwickelt wird, die für die Befruchtung optimal ist.

Je nach Stimulierungsplan dauert dieser Teil der Therapie zwischen 10 und 20 Tagen. Untersuchungen wie Blut- und Ultraschallkontrollen werden dabei durchgeführt, um die Entwicklung und Reifung der Follikel (die Struktur im Eierstock wo die Eizellen wachsen) zu beobachten.

2.      Gewinnung der Eizelle

Wenn die Follikel gut genug entwickelt sind, wird die Stimulierung beendet und mittels einer anderen Spritze wird die Reifung der Eizelle gefördert (ca. 36 Stunden vor der Eizellgewinnung).

Die Gewinnung erfolgt mit einer Punktion unter einer leichten Narkose (damit du keinerlei Beschwerden hast). Mit Hilfe einer Punktionsnadel, ultraschallgesteuert, werden die Follikel punktiert und die Flüssigkeit, in der sich die Eizellen befinden, abgesaugt. Aus dieser Flüssigkeit werden die reifen Eizellen gewonnen.

Zum anderen ist hier auch eine Spermaprobe notwendig, aus dieser werden im Labor die optimalsten Samenzellen gewählt.    

3. Befruchtung

Embryo
Newly fertilised human egg. Credit: Alan HandysideCC0 1.0 Universal

Die Samenzelle befruchtet die Eizelle, dies kann durch das klassische oder das ICSI Verfahren erfolgen.
Danach werden sich die befruchteten Zellen mit Hilfe einer speziellen Nährlösung weiter entwickeln (kultiviert). Es erfolgt eine tägliche Kontrolle.

4. Embryonentransfer


Ca. 2 – 5 Tage später werden die Embryonen mittels einer flexiblen Sonde in die Gebärmutter transferiert. Ungefähr 1,5 cm von der Gebärmutterkuppel.

Die Gebärmutter unterscheidet sich in 3 Teilen: unten der Hals – in Verbindung mit der Scheide oder Vagina – In der Mitte der Körper und oben die Kuppe.

Für den Transfer brauchst du keine Narkose, es handelt sich um ein einfaches und schnelles Verfahren. Während der nächsten Tage wird dir in der Regel Progestagen (das Hormon, das eine Schwangerschaft ermöglicht) verabreicht.
Die Embryonen, die nicht transferiert wurden, können kryokonserviert (eingefroren) werden. So können diese für die nächsten Zyklen verwendet werden, ohne eine erneute Stimulierung durchführen zu müssen. Die aktuelle Kryokonservierung ermöglicht das Überleben von ca. 98 % der Embryonen.

Nach dem Transfer

Intensive Aktivitäten solltest du lieber vermeiden.

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Vaginaler Abfluss, der etwas blutig sein kann
  • Sensible Brüste wegen des höheren Östrogen- Niveaus
  • Leichte körperliche Schwellung
  • Verstopfung

Wenn du mäßige oder starke Schmerzen nach dem Transfer entwickelst, musst du deinen behandelnden Arzt kontaktieren.

Ergebnisse:

Zirka 12 – 14 Tage nach dem Transfer untersucht der Arzt / die Ärztin dein Blut, um eine Schwangerschaft nachzuweisen.

  • Wenn du schwanger bist: Folgen weitere Kontrollen durch deine Gynäkologin / deinen Gynäkologen.
  • Wenn du nicht schwanger bist: Wird die Verabreichung von Progestagen beendet und du bekommst deine Blutung nach ca. einer Woche.

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